Die Heldrauer Kirche

Sieger beim hessischen Landesentscheid im Wettbewerb “Unser Dorf” 2003
Gewinner der Silberplakette beim Bundeswettbewerb
“Unser Dorf soll schöner werden, unser Dorf hat Zukunft” 2004

Die Johannis-Kirche zu Heldra

Offene Kirche
Unsere Kirche ist von April bis September zwischen 10:00 und 18:00
und von Oktober bis März zwischen
10:00 und 16:00
für Besucher geöffnet

Der älteste Teil der Heldraer Kirche ist zweifellos der Unterbau des Turmes. Er soll von der "Hellerburg" übriggeblieben sein, welche die Herren vom Normannstein bei Treffurt in Gemeinschaft mit den Eschwegern im Jahre 1247 aufzubauen begannen. Sie sollte als "Außenwarte" dienen, um von hier besseren Einblick in das Werratal (in Richtung Wanfried) zu erlangen. Da jedoch im gleichen Jahr der "Hessisch -Thüringische Erbfolgekrieg" ausbrach und die Treffurter ein Jahr später geschlagen wurden, mussten die Bauarbeiten eingestellt und die bestehenden Mauern wieder eingerissen werden. Nur der halbfertige Turm blieb erhalten.

Die übrigen Steine blieben lange Zeit liegen, schließlich wurden sie 1609 zum Bau des "Bonifatius-Tores" in Wanfried verwendet.
Im Turm soll schon "sehr frühe" eine kleine Kapelle für die wenigen Bewohner Heldras (urkundlich: Heldron) eingerichtet worden sein.
Als jedoch um 1400 die Bewohner des Dorfes Hellerbach (Flurbezeichnung: Kirchacker - nahe der heutigen B 250) wegen Pest und Kriegseinwirkung ihre Häuser verliessen und hinunter nach Heldra zogen, wurde diese Kapelle bald zu klein.
Um 1440 ließ daher die Familie "von Erf(f)a", die einen Sitz in Heldra hatte, an den Turm ein steinernes Kirchenschiff anbauen. Die Kirche erhielt den Namen: "Sankt Johannis".
Bereits 1530 wirkte hier der erste protestantische Pfarrer (aus Großburschla).
Erst 1845 wurde diese Kirche dann durch einen Neubau ersetzt, der - in den Jahren 1911, 1961 und 1990/91 renoviert - bis zum heutigen Tag den Heldraer Gemeindegliedern als Gotteshaus dient

Die Francksche Bibel

Die im Jahre 1662 gedruckte Lutherbibel, die 1664 von Johannes Francke (Vater des bekannten Theologen August Hermann Francke) seinem „geliebten Heldra“ gestiftet wurde kann der Gemeinde in neuem Glanz präsentiert werden.

Die Bibel wurde ursprünglich in der Heldraer Kirche aufbewahrt und war dann über mehrere Jahrzehnte verschollen. 1946 wurde sie von Heimatdichter Wilhelm Pippart in Wanfried gefunden, befand sich dann einige Jahre in der Heldraer Kirche bevor sie wieder nach Wanfried gebracht wurde.

Erst 1999 im Rahmen des Jubiläumsfestes wurde die Kirchengemeinde Heldra durch einen Magistratsbeschluss wieder Eigentümer der Francke Bibel.
Die Bibel war in einem sehr schlechten Erhaltungszustand und konnte von der Firma Depping in Münster fachmännisch restauriert werden.